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Der KIL-O-METER-Adventskalender 2016
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sweetums
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BeitragVerfasst am: 27.11.2016, 10:47    Titel: Der KIL-O-METER-Adventskalender 2016 Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,
auch in diesem Jahr würde ich euch gerne einen Adventskalender bieten.
Fall ihr einverstanden seit, werde ich noch einmal die Geschichte aus dem Adventskalener 2012 in den Adventskalender packen. ich finde, man kann sie ruhig nach ein paar Jahren noch einmal lesen.
ich bin gespannt auf eure Antworten.

liebe Grüße

Volker
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Zuletzt bearbeitet von sweetums am 19.11.2017, 15:50, insgesamt einmal bearbeitet
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sweetums
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BeitragVerfasst am: 30.11.2016, 16:43    Titel: Antworten mit Zitat

Der KIL-O-METER-Adventskalender fällt aus!
So wollte ich den Text überschreiben, da zwar bis jetzt mein Text 19 mal aufgerufen wurde, aber sich niemand dazu geäußert hat, ob es so wie von mir vorgeschlagen in Ordnung ist.
Ich habe mich jetzt aber entschlossen, die Geschichte trotzdem einzustellen. Vielleicht haben ja nur Menschen meinen Text gelesen, die sich nicht trauen im Internetforum etwas zu schreiben, die aber gerne die Geschichte lesen würden.
Wenn also auch nur eine Person Freude an der Geschichte hat, ist mein Ziel erreicht - etwas Weihnachtsstimmung zu verbreiten in unserer hektischen Zeit.
Morgen geht es also los.

Liebe Grüße

Volker
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Claudia
Fettverbrenner(in)
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BeitragVerfasst am: 30.11.2016, 16:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich werde es bestimmt lesen - und hab keine Ahnung vom Vorlauf / von der Vergangenheit!
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Klopfer
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BeitragVerfasst am: 30.11.2016, 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Volker,

bitte nicht böse sein. Ich habe es gelesen, mich aber tatsächlich nicht getraut zu sagen, mach doch bitte. Ich fange nämlich immer an zu lesen und hören dann bei Tag 5 oder 6 auf. Tatsächlich nehme ich mir nicht die Zeit, so viel zu lesen. Deshalb ganz ehrlich: Für mich musst Du Dir die Mühe nicht machen. Traurig

Ich bitte aber, das jetzt nicht als Missachtung Deiner liebevollen Bemühungen zu sehen, dass Du hier etwas weihnachtlichen Glanz ins Forum bringen möchtest. Mir würde z. B. ein täglicher Irischer Segensspruch mehr Stimmung machen. Ohje, jetzt verheddere ich mich in Entschuldigungen und mach's womöglich noch schlimmer.
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No pain, no gain, shut up and train

Mein Gewichtsverlauf ab
01.01.2016: von 75,6 kg auf >>> 62,6 kg (minus 13,0 kg) BMI = 21,2
01.01.2015: von 72,0 kg auf >>> 75,6 kg (plus 3,6 kg) BMI = 25,6
01.01.2014: von 68,2 kg auf >>> 71,8 kg (plus 3,6 kg) BMI = 24,3
21.01.2013: von 75,2 kg auf >>> 68,2 kg (minus 7 kg) BMI = 23,1

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sweetums
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BeitragVerfasst am: 30.11.2016, 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist die Vorweihnachtszeit, in der es immer etwas Besonderes geben sollte. Deshalb werde ich gerne immer einen irischen Segen an den Anfang stellen.

Zur Einstimmung auf Morgen hier der erste Segensvers:

Möge das Glück dir auf deinem Weg immer nahe sein.


Liebe Grüße

Volker
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Klopfer
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BeitragVerfasst am: 30.11.2016, 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank, Volker, das ist sehr lieb von Dir.

Viele Grüße,Elke
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sweetums
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BeitragVerfasst am: 30.11.2016, 22:47    Titel: 1. Dezember Antworten mit Zitat

Möge die Erde tanzen, dein Gleichgewicht halten, wenn du zu straucheln beginnst, wenn die Arbeit zu schwer wird.



Familie Kramer und die Adventszeit

Die Hauptpersonen:
Sofie: 39 Jahre, verheiratet, 3 Kinder
Matthias: 44 Jahre, verheiratet mit Sofie, Vater selbiger drei Kinder, Partner einer großen Anwaltskanzlei
Sven: 14 Jahre, findet seine Eltern öde und sein Leben langweilig
Tina: 12 Jahre, ist in den Punkten Eltern und Leben mit Sven einer Meinung, aber sonst sind sie sich beide uneinig (schon aus Prinzip)
Ben: 4 Jahre und der Sonnenschein der Familie, fantasievoll und ein Schmusebär




Prolog

„Du blöder Idiot, gib das sofort her.“ Tinas schrille Stimme riss Sofie aus dem Schlaf.
„Selber Idiot“, hörte sie Sven höhnisch antworten.
Sofie stöhnte. Sie hatte das Gefühl, gerade erst eingeschlafen zu sein. Gestern Abend waren einige Kollegen von Matthias und deren Ehefrauen bei ihnen zu einem Abendessen eingeladen gewesen, und bis sie hinterher alles sauber hatte, war es drei Uhr morgens. Sie hasste diese Geschäftsessen. Alles musste perfekt sein, sie auch. Müde vergrub sie den Kopf unter dem Kissen und versuchte ihre Kinder zu ignorieren.
„Tina war der Osterhase schon da?“ Sofies Kopf ruckte hoch und sie sah erschrocken auf die Uhr. Mist, es war schon 9 Uhr und sie hatte vergessen, die Ostereier zu verstecken. „Ben nerv nicht, der Osterhase hat verpennt. Geh wieder ins Bett:“ Svens Antwort klang ziemlich ruppig und bevor Sofie an der Schlafzimmertür war, hörte sie Tinas Kichern. „Der Osterhase hat sicher zu viel Eierlikör getrunken. Aber Ben, ich glaube wir sollten dir da mal was erklären…“
Sofie riss die Tür auf, durchbohrte ihre beiden Großen mit einem zornigen Blick, dann beugte sie sich zu Ben hinunter. Der Vierjährige sah sie mit großen erschrockenen Augen an. „Mama, der Osterhase kann doch nicht einfach Ostern verschlafen oder?“ Tränen traten in seine großen blauen Augen.
Sofie nahm ihn in den Arm und ging mit ihm in sein Zimmer. „Ben, vielleicht ist der Osterhase heute einfach nur etwas später dran. Du gehst dich jetzt waschen und anziehen und dann schauen wir beide mal nach, ob der Osterhase dir was versteckt hat ok?“ Ben nickte und Sofie verließ sein Zimmer.
Ohne ein „guten Morgen“ rannte sie an ihren beiden anderen Kindern vorbei nach unten. Sie holte die Ostersachen und versteckte sie im Wohnzimmer. Am liebsten hätte sie sich wieder in ihr Bett gelegt und sich die Decke über den Kopf gezogen, Was war bloß los mit ihrer Familie. Warum gab es keinen schönen Ostermorgen, mit fröhlichen Menschen. Matthias schlief sicher wieder bis zum Mittag und würde nicht verstehen, warum Sofie sich so aufregte.
Sofie hatte für Ben alles versteckt und ging in die Küche um Frühstück zu machen. Die beiden Großen würden gleich sehr sparsam gucken, dachte sie boshaft.
Sie deckte den Tisch. Sollte sie Frühstückseier kochen? Aber die würde so und so keiner essen. Servietten? Sie hatte so niedliche gekauft, aber sie legte sie doch nicht hin. Warum auch. Sven und Tina würden sich nur lustig machen und sie hatte keine Nerven mehr, sich mit ihnen auseinander zu setzten.
Ben kam in die Küche gehopst. Seine Wangen waren ganz rot vor Aufregung und seine Augen glänzten fröhlich. Sofie drückte ihm ein Körbchen in die Hand und schob ihn ins Wohnzimmer.
„Oh guck mal, ein Kücken“, lachte Ben fröhlich, als er das Plüschküken unter dem Kissen gefunden hatte. Er liebte Kuscheltiere über alles. Während Ben noch suchte, kamen auch Sven und Tina die Treppe herunter. „Wo sind unsere Körbe?“ fragte Sven gelangweilt und sah sich um. „Tja, der Osterhase war wohl noch nicht ganz Herr seiner Sinne. Verständlich bei zu viel Eierlikör. Er hat nur für Ben ein Körbchen da gelassen.“ Sofie schämte sich fast, als sie die enttäuschten Gesichter sah.
Sven und Tina sahen sich an. Seid langer Zeit waren sich die beiden mal wieder einig. Ihre Mutter tickte langsam komplett aus. Was sollte denn sonst dieser Mist. Sven hatte sich ein neues Handy gewünscht und Tina einen neuen IPod. Na ja, ihr Vater würde ihnen die Geschenke nachher schon geben. Sollte ihre Mutter doch schmollen.
Während ihre Mutter noch mit Ben im Wohnzimmer war, gingen die beiden in die Küche, schmierten sich ein paar Brote und verschwanden wieder in ihren Zimmern.

Sofie stöhnte innerlich. Was hatte sie damit nun erreicht? Gar nichts. Es wurde immer schlimmer und langsam wusste sie nicht weiter. Bens fröhliches Lachen war zurzeit der einzige Lichtblick.

„Du Mami, warum haben Sven und Tina nichts bekommen?“ Bens Frage schreckte sie aus ihren Gedanken. „Vielleicht hat der Osterhase gehört, was sie gesagt haben und war deshalb böse auf sie.“ Ben runzelte die Stirn. Dann sah er in sein Körbchen.
„Lass uns Frühstücken, Ben.“ Sofie ging schon in die Küche. „Ja gleich.“ Hörte sie Ben antworten, während er die Treppe nach oben lief.
Ben öffnete vorsichtig die Tür zu Svens Zimmer. „Was willst du“, blaffte Sven. Ben lächelte scheu und stellte einen Schokohasen neben die Tür. „Für dich.“ Schnell machte Ben die Tür wieder zu und wiederholte das Gleiche bei seiner Schwester.
Dann hopste er fröhlich in die Küche und frühstückte mit seiner Mami.
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sweetums
KIL-O-METER Guru
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BeitragVerfasst am: 01.12.2016, 23:02    Titel: 2. Dezember Antworten mit Zitat

Ich wünsche dir einen Tag voll Harmonie und das Gefühl der Dankbarkeit am Abend. Ich wünsche dir Frieden, den Frieden des Herrn, er ist Friede für alle Zeit.




Kapitel 1
28. November

Während ihre Familie schon am Frühstückstisch sitzt, wuselt Sofie noch durch die Küche und geht in Gedanken ihren Tagesplan durch. „Mami darf ich heute Nachmittag zu Paul? Seine Mami hat es erlaubt.“ Ganz aufgeregt schaut Ben sie an. Sofie will gerade antworten, als Matthias hinter seiner Zeitung murmelt: „Sofie denkst du bitte daran, meinen Anzug aus der Reinigung zu holen und Blumen für den Geburtstag von Frau Mai zu besorgen und bei ihr abzugeben? Du weißt, dass sie eine wichtige Klientin ist.“ Sofie seufzt, denn das hätte sie glatt vergessen. Sven musste zum Kieferorthopäden und Tina hatte einen Termin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Sie lächelt Ben an. „Klar darfst du nachher zu Paul, ich rufe seine Mutter nach dem Frühstück an.“ Dann macht sie sich daran die Schulbrote zu schmieren.
Sie will sich gerade selber einen Toast machen, als ihr Blick auf die Uhr fällt.„Kinder wir müssen los.“ Ben rutscht von seinem Stuhl und geht seine Jacke und Kindergartentasche holen. Tina lässt sich etwas länger Zeit, Sven findet seine Turnschuhe nicht. Sofie steht im Flur und ruft: „Ich fahre in zwei Minuten, wer dann nicht fertig ist, muss zu Fuß gehen.“
Natürlich dauert es fast 10 Minuten bis auch Sven am Auto ist.

Sie bringt die die Großen zur Schule und Ben in den Kindergarten. Anschließend fährt sie zur Reinigung und zum Blumenladen. Heute muss alles straff durchorganisiert werden, damit auch alles klappt.
Sie bringt die Blumen zu Frau Mai, die sie zu einer Tasse Kaffee einlädt. Nett von der Frau,aber Sofie sitzt auf Kohlen. Dann noch einkaufen, nach Hause, Pauls Mutter anrufen, den Frühstückstisch abräumen und Ben aus dem Kindergarten abholen.
Ben freut sich auf den Besuch bei Paul und plappert die ganze Fahrt fröhlich vor sich hin. Er merkt gar nicht, wie still seine Mami ist und wie blass. Zu Hause angekommen, steigt Sofie aus dem Auto, sie schwankt leicht, weil ihr schwindelig ist. Sie schafft es bis in die Küche und setzt sich erst einmal an den Tisch. Wie dumm von ihr, fällt ihr jetzt auf, sie hatte gar nichts gegessen. Schnell isst sie ein trockenes Brötchen. Sie musste noch besser planen und vor allem, sie musste etwas früher aufstehen. Matthias hasste es, wenn nicht alles perfekt war und sie wollte es ihrer Familie doch so schön und angenehm wie möglich machen.

Der Nachmittag war genauso stressig, wie der Vormittag und Sofie war total erledigt, als alle endlich wieder zu Hause waren. Nach dem Abendessen, bei dem Matthias wieder durch Abwesenheit glänzte, klingelte es. „Ich mach auf“ rief Ben und rannte zur Tür. „Mami, es ist Frau Lindner von gegenüber und sie hat ein dickes Paket.“
Sofie ging zur Tür, begrüßte Frau Lindner und bedankte sich bei ihr, dass sie das Paket angenommen hatte. Sie redeten noch ein paar Minuten, dann verschwand Frau Lindner und Sofie sah neugierig auf den Absender. „Das Paket ist an mich, von meiner Mutter“, erklärte sie Ben. „Oma Ruth hat ein Paket geschickt? Aber es ist doch noch gar nicht Weihnachten. Wir haben noch keinen Adventskranz, keinen Adventskalender und auch noch keine Plätzchen gebacken. Wieso bekommst du jetzt ein Paket?“ Sven und Tina standen an der Treppe und schauten sie neugierig an.

„Kinder ich weiß es doch auch nicht. Am besten machen wir es auf und sehen hinein.“ Die Kinder drängten sich um das Paket und Sofie öffnete es. Oben auf lag ein Briefumschlag, darauf stand „Bitte erst lesen“. Sofie lachte, das war typisch ihre Mutter. Sie öffnete den Brief und las:

Liebe Sofie,
in ein paar Tagen beginnt wieder die schönste, aber auch gefährlichste Zeit des Jahres. Ich weiß, wie viele Dinge du zu erledigen hast und wie wenig Zeit du dir nimmst. Deshalb habe ich in diesem Jahr eine Anleitung für die Adventszeit geschrieben. Es ist wie ein Adventskalender, aber auch wieder nicht. Lass dich überraschen und ich hoffe, Matthias und die Kinder werden gemeinsam mit dir dieses Paket nach und nach auspacken.

Ich liebe Dich Sofie und ich wünsche Dir eine ruhige und gesegnete Adventszeit.
Mama


„Das klingt aber kitschig. Was wird da schon drin sein.“ Sven drehte sich um und ging. Tina lachte: „Vielleicht Plätzchenrezepte und Tipps wie Mama das Silber sauber bekommt.“ Beide kicherten und verschwanden in ihren Zimmern.
Sofie sah auf den Brief in ihrer Hand und Tränen stiegen in ihre Augen. Dann spürte sie eine kleine Hand die nach dem Brief griff. „Mami, Oma Ruth hat einen ganz tollen Stern auf den Umschlag gemalt. Der sieht so aus wie bei der Krippe. Vielleicht ist da ja eine Geschichte drin oder Krippenfiguren.“
„Weißt du was Ben, wir werden jetzt die Päckchen aus dem Paket nehmen und in deinem Zimmer aufhängen. Und am 1. Dezember werden wir beide den Brief lesen und das Paket auspacken, das an dem Tag dran ist. Was meinst du dazu?“
Ben hüpfte wie ein Gummiball herum. „Können wir ein rotes Band machen, wo alles dran hängt?“ „Klar“, stimmte Sofie zu. Sie hob das Paket auf und stieg mit Ben die Treppe hinauf.
Nach dreißig Minuten waren sie fertig. Eine dicke rote Kordel verlief quer durch Bens Zimmer und daran hingen große und kleine Päckchen, dicke und dünne und zu jedem gehörte ein bemalter Briefumschlag.

„Sofie“, rief Matthias von unten, „wo steckt ihr denn alle.“ Ben schoss in den Korridor und rief: „Papa, Oma Ruth hat ein tolles Paket geschickt, komm gucken.“ Matthias kam in Bens Zimmer, sah sich die Kordel und die Pakete an und meinte: „Was ist das jetzt wieder für ein Blödsinn?“ „Papa das ist eine tolle Überraschung. Wie ein Adventskalender für die ganze Familie. Da können wir zusammen lesen und auspacken.“ Ben war ganz aufgeregt. „Dafür haben wir keine Zeit. Sofie. du weißt, was wir alles für Termine haben und dass du noch drei große Essenseinladungen planen musst. Deine Mutter hat keine Ahnung, wie viel eine Anwaltsgattin zu erledigen hat. Außerdem hat der oberste Boss uns zu einem Adventsessen eingeladen. Am 3. Advent, trag dir das in den Kalender.“ Dann drehte er sich um und ging in sein Arbeitszimmer.

Sofie sah in Bens erschrockene Augen. „Packen wir das jetzt alles wieder ein?“ „Nein Ben, wir werden jeden Tag ein Päckchen öffnen. Entweder mittags, wenn du aus dem Kindergarten kommst oder abends, wenn ich dir so wieso etwas vorlese.“

Ben war beruhigt und als er ein paar Minuten später im Bett lag sagte er: „Ich bin gern bei Oma Ruth. Sie hört mir immer zu und hat immer Zeit für mich.“ Sofie küsste ihn und sagte gute Nacht.

Nachdem sie die Küche aufgeräumt hatte, setzte sie sich ins Wohnzimmer. Bald war der erste Advent. Sie musste Adventskränze besorgen, einen Türkranz, sich Gedanken um Adventskalender für die Kinder machen… Sie schloss die Augen. Advent bedeutete früher etwas anderes als heute. Als sie ein Kind war, war diese Zeit aufregend und geheimnisvoll. Jetzt war es Stress pur und sie hatte keine Lust auf Plätzchen backen und Co. Würde ihre Familie das verstehen? Vielleicht sollten sie einfach Urlaub machen und Weihnachten in einem Hotel verbringen? Darüber musste sie mit Matthias reden.
Müde ging Sofie ins Bett. Matthias arbeitete noch und so hatte sie nicht mit ihm reden können. Vielleicht war das auch besser so.
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sweetums
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BeitragVerfasst am: 02.12.2016, 23:25    Titel: 3. Dezember Antworten mit Zitat

Ich wünsche dir, dass du jeden Tag vom Morgen bis zum Abend fröhlich bist, und mögest du immer Glück haben und ein Lied in deinem Herzen.


Der nächste Tag war ausgefüllt mit Fahrdiensten für die Kinder, Hausarbeiten und dem Planen der Adventsvorbereitungen. Sofie hatte zahlreiche Listen erstellt und hoffte so, den Stress in Grenzen zu halten.

Ben war schon ganz aufgeregt und freute sich auf den 1. Dezember. Beim Abendessen sagte er: „Mami, dieses Jahr brauche ich keinen Adventskalender. Wir haben doch den von Oma und der ist bestimmt ganz spannend.“ Sofie lächelte ihn an und meinte: „Ich bin auch schon gespannt Ben, aber willst du wirklich auf einen Kalender verzichten?“ Er nickte. Tina und Sven sahen sich an und dann meinte Sven: „Also wir brauchen auch keinen. Das Geld, das du sparst, kannst du uns ja so geben. Davon haben wir viel mehr, als von den kleinen Überraschungen.“ „Genau“, bekräftigte Tina.
Sofie war sprachlos, aber auch enttäuscht. Jedes Jahr dachte sie sich neue Kalendervariationen aus und auch die kleinen Überraschungen waren mit viel Liebe zusammengestellt. Außer Geld schien den beiden Großen gar nichts mehr wichtig.
„Wir können doch alle zusammen Oma Ruths Kalender auspacken. Das ist bestimmt toll.“ Ben sah gespannt in die Runde. „Du bist ein Baby und hast keine Ahnung. Wir wollen solchen Kram eben nicht mehr.“ Sven guckte Ben böse an. Tina meinte: „Das ganze Getue zu Weihnachten ist doch blöd. Man muss sich Stress machen wegen der Geschenke, backt Plätzchen, die man auch kaufen könnte usw. Von mir aus muss es das nicht geben.“
Sofie sah Sven und Tina lange an. Kannte sie ihre Kinder überhaupt noch? Was war bloß los? „Wollt ihr denn keine Geschenke?“ fragte sie leise. „Du kannst uns das Geld geben und wir kaufen uns was wir haben wollen selber. Ist besser, als Geschenke die man gar nicht will.“

In dem Moment kam Matthias nach Hause. Er sah müde aus und er hatte wieder Akten mit nach Hause gebracht. Er begrüße seine Familie und bat dann Sofie, ihm eine Kanne Kaffee und ein paar belegte Brote in sein Arbeitszimmer zu bringen. „Ich muss diese Akten heute unbedingt noch durchsehen. Es haben sich neue Erkenntnisse ergeben und bis zur Verhandlung Morgen muss ich das prüfen.“ Dann verschwand er in seinem Arbeitszimmer. Auch die Kinder gingen in ihre Zimmer. Sofie machte Matthias einen Teller mit belegten Broten, einen Teller mit Obst und eine Kanne Kaffee. Dann trug sie das Tablett in sein Arbeitszimmer. „Matthias, wir müssen dringend über die Kinder reden“, sagte sie. „Sofie, jetzt nicht, warte bis zum Wochenende.“ Damit vergrub er sich in seine Akten.

Sofie brachte Ben ins Bett und las ihm etwas vor. Dann setzte sie sich ins Wohnzimmer und versuchte nachzudenken. Ihr Leben lief gerade nicht besonders. Wieso eskalierte gerade alles um sie herum. Dann griff sie zum Telefon und rief ihre Mutter an. Sie musste sich ja schließlich für das Geschenk bedanken. Aber es nahm niemand ab. Sofie seufzte schwer. Was sollte sie tun, mit wem konnte sie reden? Über diese Gedanken schlief sie ein.
„Sofie, komm schlafen.“ Matthias rüttelte sie an der Schulter. „Es ist gleich 2 Uhr und du liegst auf dem Sofa.“ Müde rappelte Sofie sich auf. „Unsere Kinder wollen Geld, keine Geschenke. Und vielleicht sollten wir verreisen. Der Stress bringt uns alle um.“ Matthias sah Sofie frustriert an. „Was willst du? Hast du schlecht geträumt?“ Sofie schüttelte den Kopf, aber sie sagte nichts mehr. Der Zeitpunkt war ungünstig.

Kapitel 2
1. Dezember

Zwei Tage später saßen Sofie und Ben in Bens Zimmer. Es war der 1. Dezember und sie hatten den Umschlag und das Paket schon von der Kordel losgemacht. Ben zappelte hin und her. „Mama mach den Brief auf, ich platze gleich.“ Sofie öffnete den Umschlag, auf dem ein Schaf zu sehen war.

Liebe Sofie,

es ist Advent. Eine Zeit der frohen Erwartung, der Besinnung. Ist dir das noch bewusst? Dein Vater und ich haben im Herbst den Dachboden aufgeräumt und da ist mir etwas in die Hände gefallen, was ich dir gern schenken möchte. Vielleicht erkennst du es ha wieder.

Ich weiß ja nicht, ob unsere Enkel jetzt bei dir sind oder Matthias, aber wir würden uns freuen, wenn das so wäre. Wir wünschen euch, dass ihr die nächsten Wochen gemeinsam diese Briefe lesen werdet und euch am Inhalt der Päckchen freuen könnt.

In Liebe
Mama

Sofie nahm das Päckchen in die Hand und öffnete es. Ben sah sie erwartungsvoll an. Dann schlug sie das Geschenkpapier auseinander. Sie hielt einen kleinen Engel in der Hand. Einen Engel aus Styroporkugel, mit Folienflügeln und ganz strubbeligen Haaren. Er hatte ein freches Grinsen im Gesicht und sah lustig aus.

Sofie saß ganz still da, als Ben den Engel in die Hand nahm. „Ist der schön“, sagte er leise. „Mama, wer hat den gemacht? Und wieso hat Oma den in das Paket getan?“
„Ich habe diesen Engel mit deinem Großvater gebastelt. Und dann haben wir ihn an unseren Tannenbaum gehängt. Meine Mama, also Oma Ruth hat sich ganz doll darüber gefreut und ihn jedes Jahr wieder aufgehängt. Ich wusste gar nicht, dass sie ihn aufgehoben hatte.“

„Mama schau mal, da ist noch etwas in dem Papier.“ Sofie nahm ein Foto heraus. Es zeigte sie vor einem Tannenbaum, der mit vielen selbst gebastelten Dingen voll hing. Ben kicherte. „Mami da warst du ja noch ein kleines Kind. Und du hast so komische Zöpfe. „Affenschaukeln hat meine Mama dies Zöpfe genannt und ich fand die damals ganz toll.“ Sofie lächelte und hielt Ben das Foto hin. Willst du es behalten?“

„Au ja. Du Mami, können wir das Foto und den Engel wieder an die Kordel hängen? Dann kann ich sie sehen, wenn ich im Bett liege. „Klar mein Kleiner, das machen wir.“ Sofie küsste seine roten Wangen und hängte den Engel und das Foto auf.

Am Abend fragte Sven, was den nun in dem Kalender gewesen sei und Ben erzählte es ganz aufgeregt. „Wollt ihr das Foto von Mami und den Engel sehen, ich zeig es euch.“ Aber die beiden wollten nicht, sie wollten lieber an den PC und spielen.
Sofie würde sie nicht zwingen, sich am Auspacken der Päckchen zu beteiligen. Sie hatte nicht mehr die Kraft für eine Auseinandersetzung.


Kapitel 3
2. Dezember

Matthias rief an, dass er in der Stadt bleiben würde. Er hätte noch einen Termin mit dem großen Boss und der Gerichtstermin war schon früh am anderen Morgen. Auch das überraschte Sofie nicht mehr. Matthias lebte nur noch für die Kanzlei.

Am anderen Morgen wurde sie von einem feuchten Schmatzer geweckt. „Mami, ich kann nicht mehr schlafen. Können wir den zweiten Brief aufmachen?“ Sofie musste lächeln. „Kannst du es auch nicht abwarten? Also los krabbel wieder in dein Bett, ich bin in zwei Minuten bei dir.“ Ben sauste davon und Sofie ging ins Bad.

Sofie musste lächeln, als sie Ben ansah. Er genoss diesen geheimnisvollen Kalender, genau wie sie. Sie nahm den Brief, auf dem diesmal ein Hirte zu sehen war.

Liebe Sofie,
na konntest du dich noch an den Engel erinnern? Du warst so stolz auf ihn, dass ich dachte, du platzt fast. Sofie hörte Ben kichern und grinste ihn an. Vater hat oft mit dir gebastelt und auch sonst ziemlich viel mit dir unternommen. Weißt du noch, wie ihr Kekse gebacken habt? Die Küche sah nachher aus wie ein Schlachtfeld und ihr ward mit Zuckerguss vollgekleckert, aber ihr habt gestrahlt wie die Sonne. Weißt du noch, was du am liebsten gebacken hast? Du hast immer gesagt, dass es ein Tier aus der Weihnachtsgeschichte sei und dein Lieblingstier.
Die Ausstechform habe ich aufgehoben.

Ich liebe Dich und deine Familie. Grüß sie bitte alle
Deine Mama


Vorsichtig öffnete Sofie das Paket. Sie zog die Ausstechform heraus und zeigte sie Ben. Der sah sie ungläubig an und dann fing er so an zu lachen, dass er fast aus dem Bett fiel.
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BeitragVerfasst am: 03.12.2016, 23:51    Titel: 4. Dezember Antworten mit Zitat

Mögest du am Morgen voller Erwartung sein, mittags sei voller Kraft, und abends sei voller Weisheit



Ben lachte, bis ihm die Tränen kamen. Die Tür zum Kinderzimmer ging auf und Tina schaute herein. „Was macht ihr denn für einen Lärm?“ Ben prustete wieder los und winkte seiner Schwester näher zu kommen. Tina sah von Ben zu ihrer Mutter und trat näher. „Mami hat von Oma eine Ausstechform bekommen. Von einem Tier, das in der Weihnachtsgeschichte vorkommt.“ Ben konnte nicht aufhören zu kichern und Sofie zeigte Tina schmunzelnd, was im Paket gewesen war. „Aber das ist ja ein Elefant.“ Tina guckte verständnislos. „Genau deshalb muss ich ja so lachen. Einer der Könige ist auf dem Elefant geritten.“ Bens Lachen war so ansteckend, dass auch Tina anfing zu grinsen.

„Mama, wie alt warst du denn da?“ Tina sah ihre Mutter gespannt an. „Ich denke so drei oder vier Jahre.“ „Mama gibt es auch wieder ein Foto?“ Ben nahm ihr das Einwickelpapier ab und hob grinsend ein Foto hoch. Nun lachte auch Tina aus vollem Hals. Auf dem Foto war Sofie zu sehen. Mit einer Zuckergussschnute und strahlenden Augen.

„Mami, können wir auch Plätzchen backen? Das sieht total lustig aus.“ Ben sah sie gespannt an und Tina meinte: „Als ich klein war, haben wir auch mal Plätzchen gebacken. Und dann wollte Sven das Blech aus dem Ofen ziehen und hat sich verbrannt. Danach haben wir nie wieder Plätzchen gebacken.“ „Hat das Spaß gemacht?“ fragte Ben seine Schwester. Sie grinste ihn an: „Ja, bis zu dem Moment, wo Sven nicht auf Mama gehört hat. Papa war ziemlich böse, weil Mama nicht besser aufgepasst hat.“

Sofie konnte sich gut an diese Situation erinnern. Und weil sie so etwas nicht noch einmal erleben wollte, hatte sie mit den Kindern nicht mehr gebacken, sondern nur noch, wenn diese in der Schule waren. Sie fasste einen Entschluss. „Übermorgen ist der erste Advent. Soll ich Zutaten zum Plätzchen backen besorgen und wir backen morgen gemeinsam?“?“ Ben nickte strahlend und auch Tina nickte. „Na dann los, ab ins Badezimmer, ich mache Frühstück und dann müsst ihr zur Schule.“

Beim Frühstück berichtete Ben seinem Bruder, was im Paket war und das sie am nächsten Tag backen wollten, weil Sonntag ja der erste Advent war. „Sagt mal, wo lebt ihr eigentlich?“ fragte Sven. „Sonntag ist der 2. Advent.“ „Hör auf mit deinen Scherzen Sven“, bat Sofie. „Das war kein Scherz, Sonntag ist der 2. Advent.“ Sofie sprang auf und ging zum Kalender.
Wie konnte das denn passieren? Sie war fest davon überzeugt, dass diesmal der erste Sonntag im Dezember auch der 1. Advent war. Aber da stand es schwarz auf weiß, der 4. Dezember war der 2. Advent.

Niedergeschlagen setzte sich Sofie wieder hin. „Ich hab noch nicht mal den Adventskranz besorgt. Wieso ist mir das nicht aufgefallen.“ „Na mich wundert das nicht, bei dem was du alles zu tun hast. Du bist doch schon ganz fertig.“ Tina sah ihre Mutter mitfühlend an. „Das nervt mich auch an Advent. Nur Stress und du bist am Ende total nervös und müde.“
Sofie sah ihre Kinder traurig an. „Aber ich tue doch, was ich kann.“ „Manchmal ist das einfach zu viel oder das Falsche.“ Sven stand auf. „Wir müssen zur Schule, sonst kommen wir zu spät.“

Nachdem sie die Kinder weggebracht hatte, kaufte Sofie einen Adventskranz und erledigte alle anderen Besorgungen. Dann fuhr sie nach Hause. Dort kochte sie sich einen Tee und ging ins Wohnzimmer. Sie rief ihre Mutter an. Aber wieder nahm niemand ab. Sofie überlegte. Was hatte sie denn noch alles vergessen? Waren ihre Eltern weggefahren? Sofie suchte den letzten Brief ihrer Mutter heraus. Er war etwa drei Wochen vor dem Paket gekommen. Schnell überflog sie ihn. Ja – da stand es. „Dein Vater und ich fahren Anfang Dezember für drei Wochen nach Israel. Ich bin schon sehr gespannt auf Jerusalem und die Klagemauer. Wir wollen uns vieles ansehen, uns aber auch einmal so richtig verwöhnen lassen…“

Verwöhnen lassen. Ja das könnte ich auch gebrauchen, dachte Sofie. Trotz all der Arbeit, die noch vor ihr lag, nahm sie sich die Zeit über ihr Leben nachzudenken und was daraus geworden war. Sie liebte Matthias und ihre Kinder, aber sie war nicht glücklich. Warum merkte Matthias das nicht? Was fehlte in ihrem Leben? Woraus bestand ihr Leben? Diese Frage konnte sie beantworten. Ihr Leben bestand daraus zu funktionieren, ihre Kinder und ihren Mann zu versorgen, allen Ansprüchen zu genügen. Aber war das genug? Sie musste am Abend mit Mattias reden, so konnte es nicht weiter gehen. Ihre Kinder entglitten ihr und ihr Familienleben war keins mehr.

Sie holte Ben vom Kindergarten ab. Der lachte fröhlich und war ganz aufgeregt. „Mama wir haben ein lustiges Lied gelernt, soll ich es dir vorsingen?“ Sofie lächelte und nickte. Ben legte los:

„Ich bin ein kleiner Schneemann
mit einem schwarzen Hut.
Und einer Rübennase ….

Sofie kannte das Lied, es war von Volker Rosin und irgendwo hatten sie auch eine CD von ihm. „Das war toll Ben.“ „Zu Hause zeig ich dir die Bewegungen. Morgen lernen wir den Rest vom Lied.“ „Montag, Schätzchen, Morgen ist kein Kindergarten. Morgen backen wir Kekse.“ „Oh toll“, Ben klatschte vor Freude in die Hände.

Der Tag verging schnell. Die Kinder waren schon im Bett, als Matthias nach Hause kam.
„Sofie, kannst du mir etwas zu Essen ins Arbeitszimmer bringen. Ich hab noch eine Menge zu tun.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging Richtung Arbeitszimmer.
„Nein!“ Sofies Antwort ließ ihn innehalten. „Wir müssen reden und zwar hier und jetzt.“ „Sofie ich hab dafür keine Zeit.“ Sofie versuchte ruhig zu bleiben. „Dann nimmst du dir die Zeit eben. Oder möchtest du, dass ich einen Termin mit deiner Sekretärin mache? Sehe vielleicht etwas seltsam aus, aber wenn es nicht anders geht, dann tue ich das.“
Genervt kam Matthias zurück. „Also was gibt es so Dringendes?“ „Unsere Familie ist keine mehr, Matthias. Die beiden Großen denken nur an Geld und ihr Vergnügen. Es ist Advent und keiner merkt es. Ich dreh mich nur noch in Sachen Familie und Gastgeberin für deine Essenseinladungen. Matthias unsere Familie steht vor dem Aus.“
Matthias war blass geworden. Er hatte auch gemerkt, dass nicht alles so lief, wie es sollte, aber er musste doch sehen, dass er einen Platz in der Kanzlei behielt, immer zu den Besten gehörte. Er musste doch den Lebensstandard halten. Er wusste keine Lösung, aber er war bereit, eine zu suchen.
„Sofie, was wünscht du dir konkret?“ Sofie schluckte, dann sagte sie leise: „Ich weiß keine Lösung, aber ich möchte, dass wir mehr Zeit gemeinsam verbringen. Ab Morgen stehen wir alle 10 Minuten eher auf und lesen die Briefe meiner Mutter. Bitte Matthias und morgen Vormittag backen wir mit den Kindern Kekse. Dann suchen wir uns jeden Tag eine Sache aus, die wir gemeinsam machen und wenn möglich, komm zum Abendessen nach Hause.“
Matthias schwieg lange. „Sofie ich weiß nicht, ob ich das schaffe.“ „Ich weiß nicht, wie lange ich es schaffe, die Familie zusammen zuhalten, wenn du mir nicht hilfst.“
„Ok, Sofie, ich werde mir Mühe geben. Ich liebe euch und vielleicht hast du recht und wir müssen mehr Zeit gemeinsam verbringen.“
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BeitragVerfasst am: 04.12.2016, 21:15    Titel: 5. Dezember Antworten mit Zitat

Möge das Feuer in deinem Herd auch in der dunkelsten aller Nächte nie verlöschen.



Kapitel 4
3. Dezember

„Du blöder Idiot, gib das sofort her.“ Tinas schrille Stimme riss Sofie aus dem Schlaf.
„Selber Idiot“, hörte sie Sven höhnisch antworten.
Sofie stöhnte, hatten sie das nicht schon mal. Müde schlüpfte sie aus dem Bett und ging in den Flur. „Was ist denn mit euch los.“ „Sven hat Ben die CD weggenommen, weil er das Schneemannlied so doof findet.“ Nun erst sah Sofie Ben in seiner Zimmertür stehen. „Ich wollte das Lied bis Montag doch ganz können“, schniefte er.
„Was ist hier denn los“, erklang Matthias Stimme hinter ihr. „Ich glaub das ist ein Zwergenaufstand wegen eines Schneemanns.“ Sofie musste lachen. „Ich hab eine Idee, ihr geht jetzt alle und macht euch fertig, während ich Frühstück mache. Dann zünden wir die erste Kerze am Adventskranz an und frühstücken. Anschließend kann Ben das Schneemannlied singen und danach packen wir gemeinsam das nächste Paket aus.“ Sven stöhnte: „Muss das sein? Ich hab keinen Bock auf so was.“ Matthias sah seinen Sohn ernst an. „Du tust, was deine Mutter gesagt hat. Das gilt nicht nur für heute, sondern auch für die nächsten Tage. Wir werden jetzt jeden Morgen gemeinsam Omas Päckchen auspacken und damit Schluss.“ Sven schmollte, Tina sah ihren Vater erstaunt an und Ben hopste um ihn herum und jubelte. Sofie verschwand mit einem Lächeln in der Küche.

Nach dem Frühstück legte Sofie das 3. Päckchen auf den Tisch, es war ganz flach und so groß wie der Briefumschlag. Sofie öffnete den Briefumschlag:

Liebe Sofie;
ich hoffe ihr sitzt alle zusammen und seid schon gespannt auf das 3. Päckchen. Lange habe ich überlegt, was ich hinein legen soll. Vielleicht ist es dir peinlich, wenn du die Erinnerung mit deiner Familie teilen sollst. Aber ich hoffe, dass jeder von euch die Erinnerung so wahr nimmt, wie ein kleines Mädchen sie gemeint hat.

In Liebe Mama

Sofie war etwas unsicher, als sie das Päckchen öffnete. Heraus viel ein weiterer Brief. Sie faltet ihn vorsichtig auf und musste schlucken. „Zeig mal Mami.“ Ben krabbelte auf ihren Schoß. „Oh, was ist das denn?“





Als alle sich den Wunschzettel angesehen hatten, herrschte erst einmal Stille. Dann fragte Ben: „Warum hast du dir gewünscht, dass dein Papa mit dir Schlitten fährt? Pauls Papa fährt ganz viel mit ihm Schlitten und baut Schneemänner und seine Mama zeigt ihm wie man kocht. Er darf auch mal rühren.“
Sofie sah, dass auch Sven und Tina sich diese Frage gestellt hatten. Wie sollte sie darauf antworten?

„Als ich noch klein war, da hatte mein Papa im Laden seines Vaters gearbeitet. Er hatte samstags immer frei und auch zwei Nachmittage in der Woche. Da haben wir dann viel zusammen gemacht. Aber dann ist sein Papa gestorben und mein Papa musste jetzt alles im Laden machen. Wenn er dann abends nach Hause kam, hatte er noch viele Schreibsachen zu erledigen. Nun musste er auch Samstags arbeiten und hatte gerade immer noch Zeit, mir gute Nacht zu sagen. Deshalb habe ich dem Weihnachtsmann diesen Wunschzettel geschrieben.“

Ben runzelte nachdenklich die Stirn. „Bei uns ist aber keiner gestorben oder?“ „Nein Ben, wieso fragst du?“ Matthias sah etwas irritiert aus. Ben rutschte von Sofies Schoß und ging zu seinem Vater. „Weil du auch immer Schreibsachen mit nach Hause bringst und ganz viel weg bist.“
Matthias sah in die großen fragenden Augen seines Jüngsten. Wie sollte er diese Frage beantworten.
„Papa muss arbeiten, damit genug Kohle im Haus ist. Oder willst du vielleicht keine neuen Spielsachen?“ Ben drehte sich zu Sven um. „Ich würde lieber mit Papa spielen, als neue Spielsachen haben.“ Sven schnaubte nur und murmelte „Klar doch du Knirps.“

Bevor das Ganze eskalieren konnte sagte Sofie: „Ben du wolltest Papa doch das Schneemannlied vorsingen.“
„Oh ja, aber Papa du musst auch gucken. Das ist mit Bewegung.“
Fröhlich hopste er los und begann zu singen und sich zu dem Lied zu bewegen. Sven sah dabei gelangweilt aus dem Fenster, aber Matthias konzentrierte sich ganz auf Ben. In der zweiten Strophe blieb Ben dann hängen, er hatte den Text vergessen, den er von der CD gelernt hatte. Sofie wollte ihm gerade vorsagen, als Tina aufstand. „Komm wir machen es zusammen. Sie sangen noch einmal den Refrain und mit Tinas Hilfe auch die zweite und dritte Strophe. Sofie musste gegen die Tränen ankämpfen, so sehr freute sie sich über Tina.
Matthias applaudierte und umarmte die beiden. „Das habt ihr toll gemacht. Und wenn ihr mich jetzt bis zum Mittagessen entschuldigt, kann ich nach dem Essen mit euch Kekse backen.“ Während Tina und Ben einen Freudentanz vollführten, stöhnte Sven aus. „Das könnt ihr vergessen, ich bin mit den Jungs verabredet.“ Matthias zuckte die Achseln. „OK, geh du und häng mit deinen Jungs rum. Wir werden uns heute Nachmittag den Spaß gönnen Kekse zu backen und mit Zuckerguss rumzumatschen.“ Er beugte sich zu Sofie und küsste sie auf die Wange, dann ging er in sein Arbeitszimmer.
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BeitragVerfasst am: 05.12.2016, 23:07    Titel: 6. Dezember Antworten mit Zitat

Ich wünsche dir, dass du jeden Tag vom Morgen bis zum Abend fröhlich bist, und mögest du immer Glück haben und ein Lied in deinem Herzen.



Während die Kinder in ihre Zimmer gingen, blieb Sofie noch einen Augenblick sitzen. War dies ein Neuanfang? Sie lächelte. Vielleicht war es ja auch ein verfrühtes Weihnachtswunder.
Sofie stand auf räumte den Tisch ab und gönnte sich dann eine kleine Pause. Danach würde sie das Mittag vorbereiten und schon mal zwei Plätzchenteige machen, die kalt gestellt werden mussten. Sie beobachtete den Regen, der gegen die Scheibe klatschte und war froh, im Trockenen zu sitzen.

Nach dem Mittagessen ging es dann ans Plätzchen backen. Ben hopste aufgeregt von einem Bein aufs andere. „Mama haben wir auch Ausstechformen und darf ich auch Elefanten ausstechen?“ Tina kicherte: „Genau und dann haben wir auch ein Reittier aus der Weihnachtsgeschichte.“ Sofie lachte: „Na das bekomme ich jetzt wohl bei jedem Kekse backen unter die Nase gerieben.“
Die Stimmung war gut, selbst Matthias lachte und beteiligte sich am Kekse ausstechen. Nur Sven lief miesepetrig durchs Haus. Seine Freunde hatten abgesagt, weil sie etwas mit ihren Eltern unternehmen mussten.
„Sven, wenn du schon zu Hause bleibst, dann mach doch einfach mit.“ Sofie lächelte ihn an, als er in die Küche kam um sich etwas zu trinken zu holen. Aber er antwortete nicht, sondern verschwand gleich darauf wieder in seinem Zimmer. „Lass ihn Sofie, ich denke er braucht einfach Zeit.“ Matthias streichelte Sofies Wange und Ben begann zu kichern. Dann tuschelte er mit Tina, die darauf hin zu ihren Eltern blickte und auch zu kichern anfing.
„Was ist denn los?“ Sofie sah verwirrt zu Matthias und grinste dann. „Du bist voller Mehl.“ Matthias grinste zurück: „Du auch. Ich hatte wohl noch Mehl an den Händen und hab es gerade auf deiner Wange verteilt.“ Nun lachten sie alle und machten sich weiter ans Werk. Als die ersten Plätzchen ausgekühlt waren, wurden sie mit Zuckerguss und allerlei buntem Zuckerzeug verziert.
Nachdem auch der letzte Keks fertig war, sahen sie alle selber aus wie ein verziertes Plätzchen und während Matthias und die beiden Kinder lachend ins Bad gingen, räumte Sofie die Küche auf.

Der Rest des Tages verging wie im Flug und Sofie fiel abends müde, aber auch mit einem Gefühl von Freude in ihr Bett.


Kapitel 5
4. Dezember (2. Advent)

„Mami, dürfen Tina und ich das 4. Päckchen abmachen?“ Sofie nickte: „Aber vorsichtig, nicht das ihr irgendwo herunter fallt.“
Mattias zündete die Kerzen am Adventskranz an und Sofie holte die Brötchen aus dem Backofen.
Tina und Ben kamen mit dem Brief und dem Päckchen die Treppe herunter gerannt und im Schleichgang folgte ihnen ein muffeliger Sven.

Sven ließ sich leider nicht von der Freude seiner Geschwister anstecken. Sofie hatte den Verdacht, dass er sauer auf Tina war, weil sie zur anderen Seite der Familie übergelaufen war und er nun mit seinen Meutereien allein da stand. Aber das ließ sich leider nicht ändern.

Nach dem Frühstück nahm Sofie den Brief in die Hand. Darauf waren zwei Kerzen gemalt und Sofie musste lächeln. Hätte sie sich die Umschläge vorher angesehen, hätte sie den 1. Advent vielleicht nicht verpasst.

Liebe Sofie,
ich hoffe, dass Du und Deine Familie diesen kleinen Gruß von uns genießen könnt. Vielleicht gelingt es uns damit, euch in kleines bisschen Freude zu schenken.
Das heutige Geschenk ist sehr alt. Es stammt noch von meinem Großvater. Kannst Du raten, was es ist? Ich geb dir einen kleinen Tipp. An einem Weihnachtsmorgen waren sie verschwunden? Und ich muss heute noch lächeln, wenn ich daran denke, wo sie waren.

In Liebe
Mama


„Das klingt ja spannend. Mama mach schnell das Paket auf.“ Ben zappelte schon wieder herum. „Nein, lass Mama doch erst einmal raten?“ Tina sah ihre Mutter gespannt an.
„Ich denke, ich weiß was in dem Paket ist.“ Sofie lächelte ihre Kinder an. Dann griff sie nach dem Paket und sagte: Wenn es stimmt, dann haben wir gleich zwei uralte Holzpferde.“
Vorsichtig öffnete sie die Verpackung und dann konnten auch die anderen die Pferde sehen. Es waren zwei kleine Holzpferde, unbemalt und wie man sehen konnte, handgeschnitzt. Sofie stellte die kleinen Pferdchen auf den Tisch. „Und wo waren sie, als sie verschwunden waren?“ Sven sah seine Mutter an und in seinen Augen lag zum ersten Mal an diesem Tag Interesse.

„Ich war ungefähr vier, als meine Mutter diese Pferde von ihrem Vater bekam. Sie sind so etwas wie ein Familienerbstück. Denn geschnitzt hat sie der Urgroßvater meiner Mutter, also euer Ur-Ur-Urgroßvater. Er war ein Kleinbauer und im Winter hatte er dann viel Zeit zum schnitzen. Und er hat für seine Kinder Bauernhoftiere geschnitzt. Zum Geburtstag und zu Weihnachten gab es dann immer ein neues Tier zusammen mit neuen Socken oder einem Schal. Mehr konnten sie sich nicht leisten.
Diese zwei Holzpferde sind die einzigen Tiere, die übrig geblieben sind und deshalb eine wertvolle Erinnerung.“
„Aber wo waren die Pferde, als sie verschwunden waren?“ Sven wiederholte seine Frage sehr nachdrücklich. Sofie sah ihn lächelnd an. „Sie standen normalerweise auf einem Schränkchen. Meine Mutter hatte etwas Heu als Dekoration dazu gepackt und da standen sie dann. Ich war kurz vor Weihnachten das erste Mal in der Sonntagschule gewesen. Und ich hatte gehört, dass alle nach Bethlehem gegangen sind, die Hirten mit ihren Schafen, die Weisen aus dem Morgenland und ihre Reittier.“ Ben kicherte und Tina flüsterte: „Genau, die Elefanten.“ Darauf prustete Ben laut los und Tina stimmte mit ein. Mit einem Lächeln fuhr Sofie fort: „Und bevor ich an dem Abend ins Bett ging, überlegte ich mir, dass doch die Pferdchen sicher auch gern das Jesuskind gesehen hätten. Und bestimmt hätte es ihnen gefallen, die Engel singen zu hören. Also nahm ich die Pferdchen und stellte sie einfach zum Jesuskind in den Stall. Meine Eltern haben ganz schön verdutzt geguckt, als sie die Holzpferdchen endlich entdeckt haben.“
„Das war eine schöne kleine Geschichte“, sagte Matthias. „Ich habe mir überlegt, was wir heute gemeinsam tun könnten. Was haltet ihr davon, heute Abend auf den Weihnachtsmarkt zu gehen?“ Die Kinder jubelten begeistert und auch Sofie freute sich, dass Matthias etwas mit ihnen unternehmen wollte. Also war es abgemacht, sie würden auf den Weihnachtsmarkt gehen, da irgendetwas zu Abend essen und viel Spaß haben. Sie räumte mit den Kindern den Frühstückstisch ab und Matthias machte sich in Richtung Arbeitszimmer davon.
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BeitragVerfasst am: 06.12.2016, 22:39    Titel: 7. Dezember Antworten mit Zitat

Möge dein Arm nicht schwer werden, wenn du die Hand zur Versöhnung ausstreckst. Möge dein Fuß nicht erlahmen, wenn du auf deinen Widersacher zugehst. Mögen dir Engelsflügel wachsen, wenn du von diesem Gang zurückkehrst.




Nach dem Mittagessen regnete es wie aus Eimern. Bens Nase klebte förmlich an der Fensterscheibe. „Mama hört es bald wieder auf zu regnen?“ Ben blickte besorgt über seine Schulter. „Das weiß ich leider auch nicht Ben, aber bis heute Abend ist es ja noch ein paar Stunden hin. Hast du Lust „Mensch ärgere dich nicht“ mit mir zu spielen?“
„Ach nö, zu zweit macht das keinen Spaß.“ Wie wäre es, wenn du einen Wunschzettel für den Weihnachtsmann malst? Die Zeit vergeht schneller, wenn man sich beschäftigt.“

Ben ging mit hängenden Schultern in sein Zimmer. Sofie musste lächeln. Er war ein offenes Buch, was seine Gefühle anging. Man sah immer sofort, was mit ihm los war. Ganz im Gegensatz zu Sven. Sie musste unbedingt einen Zugang zu ihm finden. Tina ließ sich zwar in vielem von ihm anstecken, aber sie war immer noch mehr Kind als Jugendliche. Ihre spontane Freude brach sich immer noch Bahn. Seid Sven Freundschaft mit Tom und Flo geschlossen hatte, wurde es immer schwerer mit ihm.

Der Nachmittag verging wie im Flug, aber der Regen ließ nicht nach. Er wurde sogar noch heftiger und für kurze Zeit prasselten auch noch dicke Hagelkörner auf den Boden. Na das war es dann mit dem Weihnachtsmarkt. Bei dem Wetter mussten sie gar nicht erst losgehen. Sven machte es nichts aus, dass sie nicht wegfahren würden. Er verzog sich sofort wieder an seinen PC. Ben und Tina machten traurige Gesichter. „Es gibt doch noch mehr Adventssonntage, wir gehen dann eben an einem anderen“, versuchte Sofie sie zu trösten. „Was haltet ihr davon, wenn wir nach dem Abendessen ein paar Spiele spielen?“ Der Jubel hielt sich in Grenzen. Matthias guckte skeptisch, Tina und Ben einfach nur traurig. „Was meint ihr dazu, wenn ich mich jetzt ins Auto setze, zu einer Videothek fahre und einen Film ausleihe. Dann bringe ich auf dem Rückweg Hamburger mit und wir setzen uns einfach mal ins Wohnzimmer, futtern Fast Food und sehen einen Film.“ Das brachte zumindest ein Lächeln in die Gesichter der beiden Kinder. Matthias schien nicht so begeistert. „Mama holst du Rapunzel, dass mit dem Pferd, das fechten kann?“ Ben war schon wieder ganz zappelig. Tina lachte: „Ja Mama, das wäre super, da gibt es viel zu lachen.“ Also war das abgemacht. Sofie fragte noch ab, was jeder essen wollte und ging anschließend zu Sven. „Rapunzel? So ein blöder Babyfilm. Den guck ich nicht mit.“ Sofie schluckte, es gab immer wieder Hindernisse im Leben, sie musste nur lernen, damit umzugehen. „Sven, du hast zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist Fast Food und Rapunzel. Die zweite Möglichkeit, dass du dir ein paar Brote schmierst. Also entscheide dich.“ Verdutzt sah Sven seine Mutter an. Was hatte die denn plötzlich. Aber er gab nach, er würde für einen Riesen Hamburger auch Rapunzel ertragen.

Eine Stunde später saßen sie alle gemütlich im Wohnzimmer, aßen und lachten gemeinsam. Selbst Sven grinste, wenn er sich unbeobachtet glaubte. Als der Film zu Ende war und Ben in seinem Bett lag, sagte er: „Mami das war ein schöner Sonntag und du bist die liebste Mami von der Welt.“ Sofie wurde es ganz warm ums Herz. Ben war ein Sonnenschein und sie wünschte sich, dass dies noch ganz lange so bliebe.


Kapitel 6
5. Dezember

Ein neuer Tag, eine neue Woche. Was diese Woche wohl bringen würde? Jede Menge Arbeit und Vorbereitungen, das war Sofie klar. Am Mittwoch war das große Essen mit den Kollegen. Diese Treffen mochte Sofie gar nicht. Wobei sie kein Problem mit der Arbeit hatte, die so ein Abend machte. Nein, sie mochte die Gespräche nicht und sie mochte die Prahlereien nicht. Es ging bei den Männern immer um die Arbeit und bei den Frauen meist um neue Schuhe, den letzten Urlaub, neuen Schmuck usw. Das war einfach ermüdend.

Sofie stand schon in der Küche, als Ben wach wurde. Der Tisch war gedeckt und die Kerzen angezündet. „Komm Ben, bis die anderen unten sind, holen wir das 5. Päckchen.“ „Das ist lang und dünn Mama, und auf dem Umschlag ist ein Klavier. Komisch oder?“ Sofie nickte, das fand sie auch komisch.

Da die anderen noch nicht so weit waren, half Sofie Ben erst noch, sich zu waschen und anzuziehen. Sie nahm Ben auf den Arm und er durfte das Päckchen von der Kordel abmachen. Dann ging es in die Küche.
Als alle da waren, öffnete Sofie den Umschlag und las vor:

Liebe Sofie,
ich habe mir überlegt, was ganz viele Jahre bei uns zu Hause zur Adventszeit gehört hat. Und da ist mir etwas in die Hände gefallen, was mich stark daran erinnert hat, was mir jetzt fehlt.
Erinnerst du dich auch noch daran? Ich würde gern dein Gesicht sehen, wenn du das Paket öffnest. Ich schicke dir etwas, dass hier ganz verwaist herumliegt. Seltsamer Ausdruck oder? Aber du wirst ihn gleich verstehen.
Dein Vater und ich wünschen euch, dass ihr eine ruhige Adventszeit habt. Aber auch, dass ihr eure eigenen Traditionen entwickelt.
Denkt daran, nicht die Hektik des Tages ist wichtig, sondern die innere Ruhe und Freude.
In Liebe Mama

„Verwaiste Geschenke?“ Sven verzog spöttisch das Gesicht. „Oma wird auch immer seltsamer.“ Ben machte ein zorniges Gesicht, aber bevor er etwas darauf erwidern konnte, sagte Sofie: „Dann lasst uns einfach sehen, was in dieser Rolle steckt.“ Sie entfernte das Papier und sah auf ein Notenblatt. An den Rand war mit Bleistift etwas geschrieben. „Verwaiste Noten“ las Sofie.
„Mama, wieso sind das verwaiste Noten?“ Tina sah auf das Notenblatt und las dann den Titel. „Das ist „Jingle Bells“. „Das kenn ich.“ Ben fing gleich an zu singen. „Mama wieso verwaiste Noten,“ fragte Tina noch einmal. Sofie sah auf die Noten und sagte dann: „Als ich 5 Jahre alt war, wollte ich unbedingt Klavier spielen lernen. Meine Eltern haben mir eine Lehrerin und ein altes Klavier besorgt. Und dann habe ich jeden Tag geübt. Tonleiter rauf und runter. Meine arme Mutter musste ganz schön leiden. Aber ich erinnere mich noch an das erste Weihnachten, als ich etwas vorgespielt habe. Meine Mutter hatte vor Freude Tränen in den Augen.“ Ben sah sie begeistert an. „Du kannst Klavier spielen? Warum spielst du jetzt nicht mehr?“ „Siehst du her irgendwo ein Klavier, Knirps. Du bist echt manchmal ziemlich dämlich. Ohne Klavier keine Musik.“ Sven stand auf. „Ihr könnt ja noch weiter rührselig sein, aber ich geh zur Schule. Du musst mich heute nicht fahren, ich nehme den Bus und nachher geh ich zu Tom.“ Damit verließ er die Küche. Sofie saß wie erstarrt. Sven fragte gar nicht, ob das in Ordnung war. Sie musste unbedingt mit ihm reden. So konnte es nicht weiter gehen.

Sie sah in Bens große Augen und erinnerte sich an seine Fragen. „Ja Ben, ich habe lange Klavier gespielt. Dann habe ich geheiratet. Wir hatten zuerst eine winzige Wohnung, da war kein Platz für ein Klavier. Dann wurde Sven geboren, wir sind umgezogen. Aber auch da war kein Platz für ein Klavier. Als Tina dann auf der Welt war, sind wir in dieses Haus gezogen. Hier wäre Platz für ein Klavier gewesen. Aber ich hatte zwei kleine Kinder und einfach keine Zeit mehr zum Spielen. Das ist alles, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ Sofie merkte gar nicht, wie viel Traurigkeit und Sehnsucht in ihrer Stimme lag. Sie bemerkte auch nicht die Blicke von Ben und Tina. Sofie stand auf und begann den Tisch abzuräumen. „Geht bitte Zähne putzen und euch fertig machen. Wir fahren in 10 Minuten los.“

Der Rest des Tages verging schnell und am Abend versuchte Sofie mit Sven zu reden. Aber er ließ sie nicht an sich heran. Seine Antworten waren einsilbig, seine Reaktionen ablehnend. Auch Matthias wusste keinen Rat und so ging Sofie mit einem Kopf voller Gedanken ins Bett.
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BeitragVerfasst am: 07.12.2016, 22:36    Titel: 8. Dezember Antworten mit Zitat

Gesegnet sei deine kleine Küche, die eintreten, mögen ein frohes Herz und Frieden finden und Glück.


Kapitel 7
6. Dezember (Nikolaustag)

Sofie war am nächsten Morgen schon um 5 Uhr wach. Sie lag in der Dunkelheit und dachte nach. Es gab so viele Dinge, die sich im Laufe der Zeit änderten. Manches war positiv, aber einiges auch negativ. Die Kinder wurden selbstständiger, das war positiv. Aber sie entglitten ihr von Jahr zu Jahr mehr, das war negativ. Matthias verdiente gutes Geld, aber dafür war er viel zu viele Stunden außer Haus.
Vielleicht gab es einfach keine positiven Dinge ohne negative. Es war wie mit der Sonne, wenn sie schien, gab es auch Schatten. Aber wie konnte man mit diesen „Schattenseiten“ umgehen? Sofie hatte Kopfschmerzen von all den Gedanken.

Sie rappelte sich auf, ging erst ins Bad und dann in die Küche. Bei einer Tasse Tee plante sie dann das große Essen für Mittwoch noch einmal durch. Dann fiel ihr siedendheiß ein, dass ja Nikolaustag war. Sie sauste in die Vorratskammer und holte die vorbereiteten Nikolaussäckchen für die Kinder und stellte sie vor die Zimmertüren ihrer Sprösslinge.

Kaum war sie wieder in der Küche und bereitete das Frühstück vor, als Bens Tür aufflog und er jubelte: „Der Nikolaus war da. Mama schau mal, was er mir gebracht hat.“ Ben kam im Schlafanzug in die Küche gerannt und kippte den Nikolaussack auf den Tisch. Mandarinen, Nüsse, Kekse und ein paar von Bens Lieblingssüßigkeiten fielen heraus, außerdem ein Buch. „Mami ist das toll, ein Buch über Dinos. Liest du mir das heute Abend vor?“ „Klar mache ich das. Räumst du das jetzt bitte wieder auf, damit ich den Tisch decken kann?“ Ben packte ein und lief nach oben. Sofie musste schmunzeln, er war auch mit ein paar Keksen glücklich. Gespannt wartete sie auf die Reaktionen der anderen beiden.

Lange musste sie nicht warten. Zuerst kam Tina und machte ein langes Gesicht. „Morgen, und danke.“ „Ist was nicht in Ordnung, Tina?“ „Na der Nikolaus hatte wohl Sparwochen. Der war ja echt geizig. Nur Esskram und ein neues Freunde-Buch.“ „Aber das Freunde-Buch hast du dir doch gewünscht.“ „Klar, aber auch noch vieles andere.“ Bevor Sofie näher darauf eingehen konnte, kam Sven in die Küche. Er knallte den Sack auf den Tisch und sagte: „Den Sch…rott kannst du behalten. Was soll ich denn damit? Wenn ich was essen will, dann hol ich es aus der Küche. Und das blöde Buch kannst du auch behalten. Ich wollte ein Videospiel und ein neues Handy.“

„Man bekommt nicht immer das, was man will, mein Sohn. Und wenn du mit dem was du bekommen hast nicht zufrieden bist, liegt es daran, dass wir dich in den letzten Jahren zu sehr verwöhnt haben.“ Sven fuhr erschrocken herum. Matthias stand in der Tür und sah ziemlich sauer aus. „Wann hast du deiner Mutter zum letzten Mal geholfen, den Tisch abzuräumen? Wann hast du das letzte Mal deine schmutzige Wäsche in die Wäschekiste getan? Es gebe noch viele Fragen, die ich dir stellen könnte, aber auf alle würde ich die Antwort bekommen „weiß ich nicht, ist schon zu lange her“. Deshalb bekommst du in diesem Jahr gar nichts zu Nikolaus.“ Mit diesen Worten nahm Matthias den Sack vom Tisch und brachte ihn in die Vorratskammer.

Es war mucksmäuschenstill in der Küche. Diese Stille wurde erst von Ben unterbrochen, der von oben rief: „Tina, hilfst du mir das Paket abmachen?“ Tina rannte förmlich aus der Küche. Kurz darauf kam sie mit Ben im Schlepptau zurück.
„Mami, auf dem Umschlag ist ein Mann mit so einer komischen Mütze und einem großen Stock.“ „Zeig mal Ben.“ Matthias beugte sich herunter, um einen Blick auf den Umschlag zu werfen. „Diese Mütze nennt man Mitra und der Stock ist ein sogenannter Hirtenstab. Alle Bischöfe hatten so etwas.“ „Und warum ist so ein Mann auf dem Umschlag?“ Ben sah Matthias gespannt an. „Der Bischof Nikolaus von Myra war ein ganz besonderer Bischof. Er half den Menschen und gab ihnen zu essen. Und deshalb feiern wir den Nikolaustag.“

Die Erklärung seines Vaters musste Ben erst einmal verdauen. Sofie bat alle, sich an den Tisch zu setzen, zündete dann die Kerzen am Adventskranz an und nahm den Umschlag ihrer Mutter zur Hand.

Liebe Sofie,
heute ist nun Nikolaustag. Ich weiß noch, wie es war, als du klein warst. Du warst am Abend immer ganz aufgeregt. Dann hast du zusammen mit deinem Vater deine Schuhe geputzt. Du hast sie so fest blank poliert, dass ich manchmal dachte, es bleibt vom Schuh nichts mehr übrig. Deine Wangen haben vor Aufregung geglüht und du warst vor lauter Vorfreude kaum ins Bett zu bekommen. In deinen Schuhen steckten am nächsten Morgen Nüsse, Mandarinen, manchmal ein Apfelmännchen, selbst gebackene Kekse und ein kleiner Schoko-Nikolaus.
Deine Augen haben gestrahlt, als du ausgepackt hast.
Das war eine schöne Zeit. Auch als du in die Schule kamst, war in deinen Schuhen nie etwas anderes als kleine Naschereien. Ich kann mich erinnern, wie du aus der Schule gekommen bist und erzählt hast, was die anderen bekommen hatten. Von Jahr zu Jahr wurden die Geschenke größer.
Auch wir haben uns entschlossen, etwas mehr in den Schuh zu stecken. Erinnerst du dich?
Einen schönen Nikolaustag für dich und deine Lieben
Mama

Erwartungsvoll sah Ben seine Mutter an. „Was hast du denn noch bekommen? Und was sind Apfelmänner?“ Apfelmännchen bestehen aus einem Apfel, einer Walnuss, einem Wattebart, einer lustigen Mütze aus Goldfolie oder Filz, einem Umhang und was einem noch so einfällt. Die sind ganz leicht selbst zu bastelt. Die Geschenke waren immer noch winzig, im Vergleich zu denen meiner Freunde. Ich bekam jedes Mal ein Buch. Und ich habe mich darüber sehr gefreut, weil ich gern gelesen habe. Meine Eltern waren der Meinung, dass es alles andere zu Weihnachten geben sollte.“

Ben runzelte die Stirn. „Haben deine Eltern dem Nikolaus gesagt, dass er dir nichts anderes bringen soll?“ „Ja, ich denke, so haben sie das gemacht.“ Sofie musste schmunzeln. Ben war einfach zu aufmerksam. Lange würden sie diesen Mythos nicht mehr aufrecht erhalten können. Sofie nahm das Paket zur Hand und öffnete es. Wieder war es ein aufgerolltes Blatt Papier. Aber keine Noten. Sofie musste lachen, bis ihr die Tränen kamen, als sie sah, was ihre Mutter ihr geschickt hatte.
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sweetums
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BeitragVerfasst am: 09.12.2016, 00:05    Titel: 09. Dezember Antworten mit Zitat

Gehe deinen Weg ruhig – mitten im Lärm und Hast, und wisse, welchen Frieden die Stille schenken mag.



Ben hüpfte wie aufgezogen um sie herum. „Zeig mal, ich will auch lachen, Mami.“ Sofie hielt ihm das Blatt hin und Ben grinste. „Wer hat das denn gemalt?“ Matthias nahm ihr das Blatt aus der Hand, lächelte und meinte dann: „So toll wie das gemalt ist, stammt das sicher von eurer Mutter, Ben.“ „Stimmt, aber da war ich auch noch klein, vielleicht so alt wie Ben.“ Nun zeigte Matthias auch den beiden Großen das selbst gemalte Bild. „Was soll das denn sein? Kann man doch gar nicht erkennen.“ Sven wandte sich ab und nahm etwas zu Essen vom Tisch. Tina sah sich das Blatt etwas genauer an.






Ben kicherte und meinte: „Das sind fliegende Hirsche.“ „Na jetzt bin ich aber beleidigt“, Sofie zwinkerte Ben zu. „Das sieht man doch ganz deutlich, dass es Rentiere sind und weil der Weihnachtsmann ja ganz viele braucht, habe ich eine Rentierfarm gemalt und einen Rentierschlitten.“ Wieder musste sie grinsen. „Was meine Mutter so alles aufgehoben hat.“
„Schau mal, in dem Umschlag ist noch ein Foto und auf der Rückseite steht etwas.“ Matthias zeigte ihnen das Foto und nun lachte auch Tina. Selbst Sven sah sich das Foto an.



Liebe Sofie,
das ist ein Foto von deinem ersten Apfelmännchen.
Vielleicht bastelt ihr ja auch welche und schickt uns ein Foto.



„Mama machen wir das? Dann machen wir eine ganze Familie und fotografieren die dann.“
„Ja, das können wir machen, aber erst am Wochenende. In der Woche sind einfach zu viele Termine.“
Ein Blick auf die Uhr und es brach Hektik aus. Sie waren alle viel zu spät und so wurde der Frühstückstisch mal wieder nicht abgeräumt. Sofie lieferte die Kinder gerade noch pünktlich bei der Schule und im Kindergarten ab. Dann besorgte sie alles für das große Menü am nächsten Tag. Sie kaufte auch noch Tanne, rotes Schleifenband und kleine rote und goldene Kugeln für die Tischdekoration.

Der Rest des Tages verging mit putzen, backen und vorkochen. Sofie fiel total erledigt in ihr Bett und schlief auf der Stelle ein, noch bevor Matthias von der Besprechung mit seinem Oberboss zurückkam.


Kapitel 8
7. Dezember

Am nächsten Morgen hatte Sofie gar keine Lust aufzustehen. Es regnete und stürmte. Sie hörte Ben fröhlich Jingle Bells singen. Sven brüllte, er könne dieses Lied nicht mehr hören und Tina meinte, sie sollten doch beide einfach still sein.
Sofie raffte sich auf und weckte Matthias. Der grummelte, er würde heute länger liegen bleiben. Sofort war Sofie hellhörig. „Wieso willst du liegen bleiben, bist du krank?“ „Nein, ich bin nur erschöpft. Bitte lies heute allein mit den Kindern, ich brauche einfach noch ein paar Minuten.“ Sofie verließ zähneknirschend das Schlafzimmer. Auf dem Flur traf sie auf Tina und Ben und sie zwang sich zu einem Lächeln.
„Guten Morgen, schon ausgeschlafen?“ fragte sie gezwungen fröhlich. „Wir haben schon das Paket abgemacht. Auf dem Umschlag ist ein Hund und ein Mann.“ Ben hielt ihr strahlend den Umschlag hin. „Der Mann sieht wie ein Hirte aus.“ Sofie gab Ben einen Kuss und verschwand schnell im Bad.

Einige Minuten später war sie in der Küche. Am liebsten hätte sie gemeutert. Wieso musste sie jeden Morgen Frühstück machen? Aber es half ja nichts, wenn sie es nicht machen würde, würde es auch kein anderer tun. Da die Kinder noch nicht unten waren, schmierte sie schnell die Brote zum mitnehmen und legte auch ein paar Mandarinen zu den Brotdosen.
Es polterte auf der Treppe und ihre drei Sprösslinge kamen in die Küche gerannt. Ben hielt ein unförmiges Paket in der Hand.
Sofie nahm den Umschlag und öffnete ihn.

Liebe Sofie,
nun ist schon wieder ein Tag vergangen und Weihnachten rückt näher. Bei vielen geht jetzt die Jagd nach den Geschenken los und die Hektik nimmt jeden Tag zu. Aber dies ist nicht der Sinn der Adventszeit. Kennst du ihn noch? Kennen eure Kinder ihn noch?Du bist viele Jahre jeden Sonntag zur Sonntagschule gegangen, erinnerst du dich an die Geschichten zu Weihnachten? Ich hoffe es, denn mit dem heutigen Paket ist eine Geschichte verbunden. Du weißt sicher genau welche ich meine, wenn du das Paket geöffnet hast.
Ich liebe euch, gib meinen Enkeln bitte einen Kuss von mir.
Mama


Vorsichtig öffnete Sofie das Paket. Drei Figuren kamen zum Vorschein. „Uih, ein Esel und eine Frau und ein Mann.“ Ben sah sich die Figuren ganz genau an. „Mama, wer ist das“ „Oh Ben, du bist auch zu blöd, Maria und ihr Mann sind das. Sie sind mit einem Esel von einer Stadt zu einer anderen gezogen, weil irgend so ein König das gesagt hat.“ Sven schnappte sich seine Brote und zwei Mandarinen. „Ich nehme heute den Bus. Bin mit den Jungs an der Haltestelle verabredet. Kann ich zum Essen zu Tom, wir wollen gemeinsam Mathe machen. Seine Mutter hat es erlaubt.“ „Ja in Ordnung, komm aber nicht so spät. Heute Abend ist doch das Essen für Papas Kollegen.“ „Ist doch egal, wir essen doch gar nicht mit und eine Scheibe Brot kann ich mir auch allein schmieren.“
Sofie seufzte, nickte und wendete sich dann Ben und Tina zu. „Für die Geschichte reicht die Zeit nicht, aber ich kann sie euch beim Mittag erzählen.“ „Ich kann sie auch erzählen Mami“, strahlte Ben. „Marie ist die Mama von Jesus.“ „Stimmt Ben, aber weißt du auch, von wo nach wo sie reisen mussten?“ Ben schüttelte den Kopf. „Also erzähle ich es euch beim Mittag. Nun müssen wir aber los. Ich habe noch so viel zu tun bis heute Abend.“
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